Guinness-Schokokuchen und mein „Irisches Tagebuch“

Hallo meine Lieben 🙂

Der Alltag hat mich wieder.. nach einem phänomenalen Urlaub in Irland bin ich langsam wieder in Deutschland und in meinem Alltag angekommen. Gerade nach so unvergesslichen Tagen, die man im Urlaub verbringt, fällt es mir immer total schwer, wieder reinzukommen und zu akzeptieren, dass der Urlaub vorbei ist und man nun wieder dem Alltag nachkommen muss, Wäsche waschen, kochen, Uni, etc..

Guinness-Schokokuchen (2)

Um mir das Irland-Feeling noch ein bisschen zu erhalten, habe ich daher am vergangenen Wochenende irisch gebacken und gekocht 🙂 Unter anderem gab’s einen mega leckeren Schokoladenkuchen mit Guinness, zu dem wir uns noch Vanilleeis und die letzten Brombeeren aus dem Garten haben schmecken lassen. Mhhh! Er war so gut, dass er am nächsten Tag gleich nochmal gebacken wurde ❤ 

Guinness-Schokokuchen (4)

Das Rezept für diese unvergleichliche Schokosünde findet ihr weiter unten. Vorerst möchte ich aber diejenigen von euch, die es interessiert (der Rest kann ja weiter scrollen), mal virtuell ein wenig mit nach Irland nehmen. Berichte über meine Reisen, sowie „normale Kochrezepte“ findet ihr hier auf meinem Blog ja normalerweise nicht und ich habe auch lange überlegt, ob ich meiner Linie treu bleiben soll, oder einfach mal eine Ausnahme machen soll um von etwas zu erzählen, was mir ebenfalls wichtig ist. Mein Leben besteht ja schließlich nicht nur aus Backen, auch wenn das manch Instagram-Follower vll denkt 😀 (faszinierend, wie viele immer regelrecht „entfliehen“, wenn man – wehe wehe! – mal was Privates außerhalb der Reihe postet).

Da mich viele von euch aber auf meine Reise angesprochen haben und ehrliches Interesse gezeigt haben, möchte ich nun die Chance nutzen und euch von der Heimat meines Herzens erzählen. Denn ich bin zwar in Deutschland geboren, gehöre aber irgendwie trotzdem nach Irland ❤ Ich war schon etliche Male da, habe eine Zeit lang dort eine Schule besucht und naja, verbringe jetzt regelmäßig meine Ferien da. Vielen, die Irland kennen, geht es sicher genauso: man fühlt sich einfach zuhause! Die Menschen sind so unglaublich freundlich, lebensfroh, das ganze Land scheint voller Leben und Musik zu sein (und das bei einer so bewegten Geschichte) und man kann einfach abschalten! Total abschalten und beim Anblick grüner Wiesen, hoher Berge und einer stürmischen See an einer zerklüfteten Küste die Seele baumeln lassen. Dabei hört man nichts außer Wind, Rauschen und ein paar Schafen. Ja es ist wirklich so romantisch da! Und um es mit Heinrich Bölls Worten zu sagen „Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor“. Wir haben es definitiv gefunden, das mit den Ersatzansprüchen hätte sich also erledigt, Herr Böll 😉

Seit einigen Jahren wird Irland als Reiseziel übrigens immer beliebter.. (Statistiken dafür hab ich jetzt keine, es ist einfach meine Beobachtung, die ich von Jahr zu Jahr mache). Die „bekannteren“ Orte wie der Ring of Kerry oder die Cliffs of Moher sind inzwischen so furchtbar überlaufen. Das süße Örtchen Doolin (direkt zu Füßen der Cliffs of Moher) ist inzwischen ein furchtbares Touristenzentrum geworden. Als wir dort vor fast 10 Jahren das erste Mal waren, gab es noch einen ursprünglichen und natürlichen Strand. Inzwischen ist das ein asphaltierter Pier, von dem die Touri-Boote zu den Cliffs of Moher oder den Aran Islands vor der Küste aufbrechen. Das haben wir uns dieses Jahr gespart und lieber noch unberührte Fleckchen besucht… soll ich wirklich so viel „Werbung“ für Irland machen, wenn ich doch will, dass wenigstens diese Orte noch das „wirkliche Irland“ festhalten? Mhh, naja, so groß ist die Reichweite dieses Blogs ja nicht 😉 und nachdem ich nun so viel drumherum geredet habe, will ich mal konkreter werden und von unserem Trip erzählen.

Los ging’s vom Flughafen Frankfurt-Hahn. Warum unsere Wahl Frankfurt-Hahn, obwohl wir vom „richtigen“ Frankfurt gerade mal eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt wohnen? Hahn fliegt den Flughafen Kerry an, einen Flughafen kleiner als der Bahnhof in unserem Ort 😀 direkt an der Westküste, bei der Dingle Halbinsel. Für uns äußerst praktisch, da wir genau da unseren Urlaub machen wollten. 

Auf dem Hinflug ging’s aber erstmal nach Dublin. Natürlich mit über einer Stunde Verspätung (abgesehen davon, dass Ryanair Kerry anfliegt, kann ich diese Fluggesellschaft nämlich nicht so empfehlen). Zu seeehr später Stunde kamen wir in Dublin an, konnten uns dann in unserem Hostel nicht wirklich erholen (oh mein Gott! Diese Betten! Schon beim Atmen hat es gewackelt und geknarzt 😮 ) und sind dann am nächsten Morgen mit unserem Mietwagen direkt nach Achill Island aufgebrochen.

Diashow (14)
Achill Island

Mietwagen ist in Irland übrigens in meinen Augen die einzig wahre Reisemöglichkeit. Natürlich kann man auch mit dem Bus fahren. Viele große Orte werden von Busunternehmen wie citylink direkt und sehr schnell angefahren. Aber die kleinen verlassenen Fleckchen erreicht man mit dem Bus natürlich nicht.. und auf die kommt es zumindest uns an.. wo kein Bus hinfährt oder nicht mal hin kommt, weil die Straße zu eng ist, da sind auch weniger Touris 😉 logisch oder?

Was ihr übrigens auch bedenken solltet, ist, dass die Strecken in Irland sehr viel länger sind als in Deutschland. Für die ca. 250km von Dublin in den Westen brauchten wir nämlich knapp 4h. Wir hatten zwar große Teile Autobahn dabei, aber sobald man von der mal runter ist, wird es abenteuerlich. Die N-Straßen sind größtenteils gut ausgebaut, mit Mittellinie, aber teilweise sehr kurvig und es geht auch oft auf und ab, sodass die erlaubten 100km/h selten möglich sind. Alles, was unter N-Straßen liegt, kann im Grunde alles sein: selten zweispurig bzw. nicht einmal mit zwei Fahrstreifen, oft ohne Mittellinie, kurvig, schlecht einsehbar, oder mit Grünstreifen in der Mitte. Und bei Gegenverkehr wirds spannend, mal davon abgesehen, dass diese Straßen nicht nur von Autos genutzt werden, sondern auch von Schafen, Kühen, Fahrradfahrern, Müttern mit Kinderwagen, Schulkindern und Hundebesitzern. 80km/h oder sogar 100km/h! Ernsthaft, wer stellt diese Schilder auf 😀

DSC_0859
Eine normale, öffentliche Straße in Irland

Da muss ich mal wieder Heinrich Böll zitieren, der schrieb: 

„Ich empfand es als Blasphemie, als jemand in Deutschland mir einmal sagte: Die Straße gehört dem Motor. In Irland war ich oft versucht zu sagen: Die Straße gehört der Kuh; tatsächlich werden die Kühe so frei zur Weide wie die Kinder zur Schule geschickt: herdenweise nehmen sie die Straße ein, drehen sich hochmütig nach dem hupenden Auto um, und der Autofahrer hat hier Gelegenheit, Humor zu beweisen, Gelassenheit zu üben und seine Geschicklichkeit zu erproben. […] So bleibt der irisch Autofahrer immer ein Geschöpf, dem Dankbarkeit nicht fremd ist; er muss ständig um sein Leben, sein Recht und um sein Tempo kämpfen: gegen Schulkinder und Kühe. […] Wem die Straße gehört, ist in Irland noch lange nicht entschieden“

DSC_0588
Schaf in Connemara

Auf Tag 1 und 2 unserer Agenda stand nun Achill Island, die größte Insel vor der irischen Küste, die man übrigens über eine kurze Brücke ohne weiteres erreicht. Übrigens, da ich ihn nun mehrfach erwähnt hatte, auch Heinrich Böll hatte hier sein Ferienhäuschen und schrieb hier sein Irisches Tagebuch, das ihr übrigens unbedingt lesen solltet, wenn ihr Land und Leute näher kennen lernen wollt.. es ist wirklich wundervoll geschrieben ❤

Auf den Spuren von Heinrich Böll erkundeten wir also knapp zwei Tage lang die Insel. Das erste, was uns aufgefallen war, als wir aus dem Auto stiegen, war Stille. Absolute Stille. So leise! Das kennt man gar nicht aus Deutschland. Und wir wohnen auch nicht gerade in einer Großstadt 😀 Inmitten dieser Stille lag mit Blick aufs Meer unser niedliches, sehr rosafarbenes B&B-Zimmerchen direkt unter dem Dach.

(Falls ihr konkrete Fragen zu B&Bs habt, könnt ihr mir gerne direkt schreiben, das will ich hier nicht alles ausführen. Aber da ich schon an so vielen Orten war, hab ich inzwischen einen regelrechten Pool an B&Bs die komplette Westküste entlang, sodass ich euch wirklich konkrete Empfehlungen geben könnte, falls ihr eine Reise planen solltet.)

Noch am Tag unserer Ankunft sind wir auf den höchsten Berg der Insel gefahren und haben uns bei Sonnenschein und klarem Wetter erstmal einen Überblick über die Insel verschafft. Achill bietet neben wunderschönen (und meist leeren!) Stränden zahlreiche Outdoor-Aktivitäten wie Surfen, Radfahren, Reiten etc. Mich hat es ehrlich gesagt gewundert, dass wir so wenige typische Touristen hier angetroffen haben. Besonders gut haben uns Keel und Keem Bay gefallen, sowie die Ruinen des in der großen Hungersnot 1845-1850 verlassenen Bergdorfs am Slievemore, welches Heinrich Böll „Skelett einer menschlichen Siedlung“ nannte.

Achill Island (2)
Keem Bay
Achill Island (1)
Keel Beach
Achill Island (3)
Slievemore Village

Die eineinhalb Tage, die wir hatten, waren im Grunde gar nicht genug um all die schönen Fleckchen auf der Insel zu erkunden. Leider gings am nächsten Tag schon weiter, da wir alle B&Bs im Voraus gebucht hatten und so ein wenig Spontanität eingebüßt hatten.. aber ich hab’s ja schon erwähnt, Irland wird immer überlaufener und so wollte ich mit der Unterkunft nichts dem Zufall überlassen..

Unser nächster Zwischenstop war der Loop Head bei Kilkee. Als wir im vorletzten Jahr in Irland waren, stand der auch schon ganz vorne bei den Must See’s. Allerdings hatten wir damals eine so heftige Nebelsuppe, dass wir den Leuchtturm an der Spitze der Landzunge nicht einmal sehen konnten, als wir direkt davor standen. Diesmal hatten wir im Vergleich dazu richtig Glück mit dem Wetter. In unseren 10 Tagen hat es nur einmal wirklich geregnet! Darauf basiert meine Beobachtung, dass Ende Juli/Anfang August, das definitiv bessere Wetter in Irland ist. Bei 6 Aufenthalten zu dieser Zeit hatte ich nämlich bisher immer ziemlich gutes Wetter. Klar, ein Regenschauer zwischendurch ist in Irland völlig normal, aber der ist auch so schnell weg, wie er gekommen ist und, um es mit Heinrich Bölls Worten zu sagen, auch kein schlechtes Wetter: „Der Regen ist hier absolut, großartig und erschreckend. Diesen Regen schlechtes Wetter zu nennen, ist so unangemessen, wie es unangemessen ist, den brennenden Sonnenschein schönes Wetter zu nennen. Man kann diesen Regen schlechtes Wetter nennen, aber er ist es nicht. Er ist einfach Wetter, und Wetter ist Unwetter. Nachdrücklich erinnert er daran, dass sein Element das Wasser ist, fallendes Wasser. Und Wasser ist hart.“ Richtig ärgerlich ist eigentlich nur Nebel bzw. der typische irische Drizzle, bei dem die Wolken so tief hängen, dass man halt nichts mehr von der Landschaft hat. 

DSC_0487
Loop Head Lighthouse 2015
Diashow (61)
Loop Head Lighthouse 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Jahr konnten wir also bis ganz raus zum Loop Head Lighthouse fahren und dort die atemberaubende Küste bestaunen.. Bis auf ein weiteres Pärchen waren wir hier ganz allein und haben unsere nachmittäglichen Kekse hier gefuttert! Diese leckeren Bourbon Cream Cookies waren fester Bestandteil unserer Ernährung, aber zum irischen Essen komme ich noch 😉 

Loop Head (3)
Loop Head
Loop Head (1)
Bridges of Ross
Loop Head (2)
Kilkee Cliffs

Auch der Kilkee Cliff Walk war absolut sehenswert und faszinierend. Etwa 5km lang ging es in einem Rundweg an den Klippen entlang (und über die Straße wieder zurück). Die Kilkee Cliffs kann ich wirklich jedem nur empfehlen. Klar sind die nicht weit entfernten Cliffs of Moher höher und bekannter. Aber die Kilkee Cliffs haben uns fast besser gefallen, denn dort war auch einfach viiiel viel weniger los…

Diashow (102)
Blick auf den Old Head of Kinsale

Nach einer Übernachtung in Kilkee ging es am nächsten Tag auch schon weiter Richtung Cork und an die Südküste, die ich bis dahin gar nicht kannte. Unser B&B hatten wir direkt am Old Head of Kinsale, mit atemberaubendem Meerblick! Sowieso haben mir das Meer und der Strand im Süden sehr gut gefallen. Die See war so stürmisch, aufgepeitscht, unruhig! Die Küste selbst hat mir dabei aber nicht ganz so gut gefallen wie im Westen, wo sie einfach noch sehr viel steiniger und zerklüfteter ist. Dennoch haben wir bei Kinsale zwei wundervolle Tage verbracht! Eine Wanderung entlang des Old Head of Kinsale, Kinsale selbst, das Charles Fort (sehr sehenswert für Geschichts-Interessierte!), Cork und Cobh gehörten zu unseren Tagesaktivitäten.

Kinsale (1)
Old Head of Kinsale
Kinsale (2)
Kinsale
Kinsale (3)
Charles Fort, Kinsale
Kinsale (4)
Cobh, Cork

Noch zwei weitere Tage erkundeten wir den Süden Irlands. Mit dem Auto ging es zum nächsten B&B in Baltimore. Unterwegs waren viele kleine spontane Zwischenstops geplant. Spontan geplant?! Naja, wir haben uns einfach vorgenommen, unterwegs dort zu halten, wo es uns gefiel. Hatten wir ja die ganze Zeit schon so gemacht 🙂 besonders einsam und wunderschön war Galley Head. Da hatten wir die Küste wirklich mal für uns allein. Auch Mizen Head fand ich unglaublich beeindruckend, wenn auch touristisch aufbereitet. Allerdings war es dennoch nicht überfüllt und ich fand es mal zur Abwechslung ganz angenehm, gesicherte Klippen zu haben und so auch Zugang zu Stellen zu haben, an die ich mich sonst nicht so getraut hätte. Gerade für die Reise mit Kindern sind solche Ausflugsziele die richtigen. So manch ungesicherte Küste würde ich wahrscheinlich nie mit Kindern besuchen.. weil ich wahrscheinlich mehr Angst um sie hätte als sie selbst. 

Galley Head
Galley Head
Mizen Head
Mizen Head

Vom Hafen in Baltimore aus verschlug es uns dann am nächsten Tag auch noch spontan auf eine kleine Insel vor der irischen Küste: nach Cape Clear. Ohne Plan von irgendetwas buchten wir morgens, da das Wetter uns sehr gewogen zu sein schien, per PayPal zwei Fähren-Tickets, etwa 1h vor Abfahrt. Allein die Fahrt raus zur Insel war schon ein Erlebnis, da wir Delfine im Meer sehen konnten ❤ sooo schön!

Diashow (227)
Delphine vor Cape Clear

Und wir hatten uns genau richtig entschieden. Während wir beobachten konnten, dass es den Tag über am Festland zugezogen und regnerisch war, hatten wir traumhaftes Wetter bei einer Klippenwanderung auf unserer verschlafenen Insel. Dass es auf den Inseln vor dem Festland besseres Wetter hat, kommt in Irland übrigens auch oft vor, insofern kann die Fahrt raus auf eine Insel eine Möglichkeit sein, schlechtem Wetter auf dem Festland zu entfliehen. Auf Cape Clear gab es nun am Hafen genau einen Pub, Supermarkt und Restaurant in einem. Sonst hatte die Insel „nichts“ zu bieten. Aber genau das war es, was die Insel in unseren Augen so toll machte. Unsere Wanderung und unser Picknick zwischendurch konnten wir in vollen Zügen genießen und schon auf der Fahrt zurück zum Festland waren wir uns einig, ein weiteres Highlight unserem Urlaub hinzugefügt zu haben.

Cape Clear (1)
Cape Clear Harbour

 

Cape Clear (2)
Cape Clear
Cape Clear (3)
Cape Clear

Weiter ging es nun wieder Richtung Norden. Unser Hin- und Her war dem geschuldet, dass unser Rückflug von besagtem Flughafen in Kerry gehen sollte und wir am Ende unseres Urlaubs uns die lange Fahrt zum Flughafen bzw. nach Dublin sparen wollten. Also war der nächste und leider auch letzte Zwischenstop bei Dingle, genauer gesagt in Camp geplant. In diesem B&B war ich nun schon das dritte Mal und daher war ich dem Besitzer auch nicht fremd. Immer dieses Wiedererkennen und „Have you been here before? I know your face! That smile!“ 🙂 hihi.. dieser irischen Gastfreundschaft hatten wir es dann auch zu verdanken, dass es im Pub gegenüber jeweils noch ein Getränk geschenkt gab 🙂 Apropos Pub gegenüber! Hier gibt’s die besten Fish and Chips und die besten Burger Irlands und deshalb hatten wir uns auf diese Station unserer Reise ganz besonders gefreut. 

Aber ich will euch ganz schnell noch erzählen, was wir die letzten beiden Tage auf der Dingle Halbinsel angeschaut haben, bevor es dann von Kerry aus wieder heimwärts nach Frankfurt ging. Zunächst haben wir uns tatsächlich den Ring of Kerry angetan. Schnell wurde uns das zwischen all den Reisegruppen, Rastplätzen mit Bussen und Giftshops aber zu viel. Glücklicherweise haben wir auf Valentia Island einen Wanderparkplatz (der erste übrigens, für den wir Geld zahlen mussten – typisch!) gefunden, von dem aus, wir zum äußersten Punkt der Insel und von da aus über den Berg zurück wandern konnten. Ein paar Spaziergänger haben wir hier auch getroffen, aber je steiler und länger der Weg wurde, umso mehr hatten wir ihn auch für uns allein und konnten Meer und Klippen wieder richtig genießen.

Bray Head (1)
Bray Head
Bray Head (2)
Valentia Island

Der nächste Punkt am Ring of Kerry waren die Kerry Cliffs. Die Anwerbungen „most spectacular Cliffs in Kerry“ und „best view to the Skelligs, where Star Wars was filmed“ verhießen schon nichts Gutes. Und wie sollte es anders kommen: hier wurde tatsächlich Eintritt verlangt um Natur und Meer zu bewundern. So schade! Der Besuch war schön, wir haben es auch nicht bereut, aber nachdem wir es bisher anders kannten, waren wir doch etwas enttäuscht. 

Kerry Cliffs (1)
Kerry Cliffs

Ganz im Gegensatz zu dieser touristischen Hochburg stand unser nächster und letzter Tag. Ohne groß zu planen und darüber nachzudenken hatten wir entschlossen den Mount Brandon auf der Dingle Halbinsel zu besteigen. Ambitioniertes Vorhaben: Erfahrungsberichte aus dem Internet schrieben von 4-5h, knapp 10km und knapp 1000hm! Und wir sind jetzt nicht gerade wandererfahren 😀 Los ging es über ein paar Schafsweiden. Nachdem wir diese passiert hatten, wurde der Weg steiniger. Schon zu diesem Zeitpunkt war ich absolut skeptisch, wo denn unser Weg weiter verlaufen sollte, da rechts und links von uns der Berg war und wir direkt auf eine Felswand zuliefen, zu dessen Füßen noch ein Gletschertal lag. Und nachdem wir dieses Tal durchquert hatten, wurde meine Befürchtung bestätigt und es ging richtig steil die Felswand hinauf, mitten hinein in die Wolken. Der Moment, als wir das Gipfelkreuz erblickten war aber atemberaubend! Obwohl man nichts von dem versprochenen Ausblick sehen konnte, da ja die letzten 200m des Berges in den Wolken hingen, war das Erlebnis oben auf dem Berg zu sein einfach einmalig. Und immerhin hatte der Hin- und Rückweg viele wahnsinnige Aussichten für uns parat. 

Mount Brandon (1)
Mount Brandon
Mount Brandon (2)
Mount Brandon
Mount Brandon (3)
Mount Brandon
Mount Brandon (4)
Mount Brandon

Was für ein Erlebnis. Wieder unten im B&B gab’s dann erstmal eine heiße Dusche, dann ging es noch nach Dingle, einen Ort, den ich irgendwie auch jedes Mal besuchen muss, genau wie Galway  (wobei wir an dem ja dieses Jahr vorbei gefahren sind.. Ed Sheeran sei Dank :D). Dort genossen wir einen letzten Burger, schlenderten ein letztes Mal durch bunte, irische Straßen voller Musik und Giftshops 😀 und gingen ein letztes Mal am Meer spazieren. Am nächsten Morgen hieß es nämlich Abschied nehmen und der war bei mir wie jedes Mal tränenreich 😦 So viele wundervolle, aufregende und ereignisreiche Tage voller Natur, Meer, Klippen und Schafen mit tollen Menschen, toller Musik und leckerem irischen Essen lagen hinter uns… ja ihr habt richtig gelesen: „leckerem irischen Essen“!

Nun mal zum irischen Essen. Ist ja jetzt nicht wirklich anders als das britische. Man muss es mögen. Man muss wissen, dass das mit dem Gemüse hier selten klappt, man muss eine Schwäche für Fisch und irisches Frühstück haben und vor allem für Kartoffeln! 😀 Die Kartoffeln scheinen hier ja heilig zu sein. Als Beilage gibt es: Chips (also Pommes) mit Kartoffeln. Oder Kartoffelbrei mit Kartoffeln. Oder Kartoffelbrei mit Pommes 😀 bloß keine Kartoffelbeilage weglassen 😉 Also an alles Kartoffel-, Fisch- und Burger-Fans: ihr werdet irisches Essen lieben, denn das tolle ist, dass es wirklich frisch ist und das Fleisch von der Weide nebenan und der Fisch aus dem örtlichen Hafen kommen! Und da schmeckt man die Qualität wirklich! Die Iren sind nämlich sehr stolz darauf und legen auch großen Wert darauf, dass die Produkte aus Irland kommen und dort auch produziert werden! Achja, Cheddar! Hätte ich fast vergessen! Ich bin kein Freund von würzigem Käse. Aber Cheddar liebe ich. Komischerweise aber auch nur in Irland 😀

Also haben wir uns im Urlaub im Grunde sehr irisch ernährt: Zum Frühstück Bohnen, Eier, Speck, Würstchen und Pudding (spricht man „Padding“ aus – hat nämlich nix mit süßem Pudding zutun, sondern ist eher gebratene Blut- und Leberwurst). Mittags Brötchen mit Cheddar oder Schinken (einmal auch mit „German Salami“ vom Aldi 😀 ). Und Abends gab es entweder Fisch oder Burger, dazu Kartoffeln und/oder Pommes. Das Einzige, was ich vermisst habe, war mein geliebter Cottage Pie. Den haben wir diesmal irgendwie in keinem Pub gefunden. Naja, aber den mache ich mir inzwischen in Deutschland auch gerne selbst. Ohne Fotos ist es doof.. Aber wollt ihr das Rezept? Es ist super einfach vorbereitet, das perfekte Essen, wenn Gäste kommen, weil er am Ende einfach nur noch in den Ofen muss. Und es schmeckt soo lecker! Eigentlich ist es auch das perfekte Essen für kalte, regnerische Herbst- und Wintertage. Bei so einem Wetter wie heute würde er perfekt passen.

IMG_20170811_170345

Hach ein Genuss, dieser Cottage Pie ❤ Aber jetzt komm ich mal zum eigentlichen Rezeptbeitrag: zu meinem Guinness-Schokokuchen. Nachdem ich am Nachbartisch im Pub mal diesen herrlich schwarzen Kuchen mit Sahne gesehen und gerochen habe, wollte ich ihn auch! Also hab ich gleich mal ein paar Rezepte gegoogelt, einiges abgewandelt und für mich angepasst und herausgekommen ist mein Rezept:

Guinness-Schokokuchen (5)

Guinness-Schokokuchen – Rezept als Download

Zutaten:
(für eine 20cm Springform)

– 125ml Guinness (oder anderes Schwarzbier)
– 100g Butter
– 1 TL Honig
– 30g Zartbitterschokolade
– 30g Backkakao
– 150g Zucker
– 1 Päckchen Vanillezucker
– 1 Ei
– 75ml Buttermilch
– 1 TL Natron
– 200g Mehl
– 1 TL Backpulver
– 1 Prise Salz

So geht’s:

  1. Das Guinness zusammen mit Butter, Honig und Schokolade in einem Topf langsam erhitzen, sodass Butter und Schokolade schmelzen.
  2. Kakao, Zucker und Vanillezucker einrühren, bis diese sich ebenfalls gelöst haben.
  3. Das Ei zusammen mit der Buttermilch und dem Natron schaumig aufschlagen und zum leicht abgekühlen Guinness-Schoko-Gemisch geben und unterrühren.
  4. Mehl mit Backpulver und Salz vermischen und alles zu einem glatten Teig verrühren.
  5. Den Teig in eine Springform geben und bei 180°C (Ober-/Unterhitze) für 50-70 Minuten backen, je nachdem wie „matschig“ er am Ende sein soll 😉

Viel Spaß mit dem Rezept!

Ich hoffe ihr fandet mein kleines „Irisches Tagebuch“ lesenswert 🙂 lasst es mich wissen, ob ich in Zukunft öfter solche Beiträge von meinen Reisen mitbringen soll 😉

Euer Fräulein Löffel

Advertisements

3 Gedanken zu “Guinness-Schokokuchen und mein „Irisches Tagebuch“

  1. Liebe Lisa, schon in deinem Insta-Stories hat mich die Sehnsucht nach der grünen Insel gepackt. Du sprichst mir aus der Seele wenn du von all den schönen verlassenen Orten schreibst. Ich finde auch dass die ganzen schönen Plätze in den letzten Jahren nur so von Touristen überströmt wurden und freue mich immer über ruhige Flecken an denen man einfach die Seele baumeln lassen kann. Meine Lieblingswanderung ist der Ballycotton Cliffwalk im Co. Cork. Kennst du den auch?
    Ich bin froh wenn ich nächste Woche endlich wieder in meine zweite Heimat fahre.
    Danke auch für das Rezept, ich werde es gleich morgen ausprobieren. Mit Guinness und Schokolade hast du genau meine Geschmack getroffen 😁
    Ich freue mich auf weitere Reiseberichte und private Geschichten abseits des Backofens!
    Viele Grüße Lena

    Gefällt mir

    1. Hallo Lena 🙂 ich freue mich sehr, dass ich dich mit meinem Beitrag berühren und deine Sehnsucht wecken konnte 😉 den Ballycotton Cliff Walk kenne ich noch nicht, aber solche Tipps sind Gold wert, danke dir 😉 wo geht’s diesmal hin bei dir? Wünsche dir viel Spaß mit dem Rezept! Bin gespannt wie dir der Kuchen schmeckt :-* schöne Zeit in Irland 🙂

      Gefällt mir

      1. Guten Morgen 🙂
        Wir fahren immer in die Nähe von Cork nach Mourne Abbey und haben da ein Ferienhaus. Der Vemieter ist inzwischen wie ein Opa für mich und wir verbringen immer sehr schöne Zeit miteinander. Wir werden wahrscheinlich kleine Ausflüge nach Cobh, Youghal, Cork, Midleton und evtl. Kinsale machen. Letztes Jahr sind wir für eine Woche im Co. Kerry gewesen. Das war auch toll!
        Danke dir – ich werde berichten 😊

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s